
Herausforderungen der Belichtung in modernen Stadienumgebungen
Naturrasenplätze in Stadien stehen vor einem häufigen, aber oft unterschätzten Problem: Selbst mit künstlicher Belichtung kann Gras unter unzureichenden Lichtbedingungen leiden. Schatten von Tribünen, Dächern und umliegenden Strukturen reduzieren das verfügbare natürliche Sonnenlicht und erschweren es dem Rasen, zu wachsen, sich zu regenerieren und gesund zu bleiben.
Warum geringe Lichtwerte das Rasenwachstum beeinträchtigen
Das zentrale Problem liegt häufig im Missverständnis des Lichtspektrums. Gras benötigt sowohl die richtige Qualität als auch die richtige Menge an Licht, um optimal zu gedeihen. Fehlt es an ausreichendem Daily Light Integral (DLI) – also der gesamten Lichtmenge, die eine Pflanze über den Tag hinweg erhält – kann es zu morphologischen Veränderungen kommen. Dazu zählen schwächeres Wachstum, eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten sowie eine geringere Nährstoffeffizienz im Boden.
Was ist das Daily Light Integral (DLI)?
Das Lichtspektrum besteht aus sieben sichtbaren Farben, die zusammen weißes Licht ergeben. Für das Pflanzenwachstum innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden ist jedoch nur ein Teil dieses Spektrums entscheidend – dieses wird als effektives Licht im Rahmen des Daily Light Integral (DLI) bezeichnet.
Man kann sich das DLI als „tägliche Lichtdosis“ vorstellen. Während die Lichtintensität nur eine Momentaufnahme darstellt, beschreibt das DLI die gesamte Menge an photosynthetisch aktiver Strahlung (PAR), die eine Pflanze innerhalb von 24 Stunden erhält. Entscheidend ist also nicht nur, wie hell das Licht zu einem bestimmten Zeitpunkt ist, sondern die gesamte über den Tag verfügbare Energie für die Photosynthese und das Wachstum.

Häufige Fehler bei der künstlichen Rasenbelichtung
Die Optimierung des DLI ist entscheidend für eine starke Wurzelentwicklung, hohe Rasendichte und konstante Spielqualität im professionellen Rasenmanagement.
Daher wird künstliche Belichtung eingesetzt, um das DLI zu ergänzen und unzureichendes natürliches Licht auszugleichen.
Viele Belichtungssysteme versuchen jedoch, Sonnenlicht zu simulieren, ohne dessen Spektrum, erforderliche Intensität oder die notwendige Belichtungsdauer für effektives Pflanzenwachstum ausreichend zu berücksichtigen. Dadurch treten trotz künstlicher Belichtung weiterhin Probleme wie eine eingeschränkte Energieproduktion in den Pflanzen, schwache Wurzelentwicklung und eine verzögerte Rasenregeneration auf.

Rhenacs Ansatz zur Optimierung des DLI in Stadien
Rhenac hat gemeinsam mit der Technischen Universität München LED-Belichtungssysteme entwickelt. In mehrjährigen Forschungsprojekten konnten Wissenschaftler zeigen, dass die proprietären LED-Systeme von Rhenac nicht nur die Lichtqualität verbessern, sondern auch den Energieverbrauch deutlich senken.
In der praktischen Anwendung analysiert Rhenac die Beziehung zwischen LED-Belichtung und DLI in unterschiedlichen Stadionumgebungen. Durch die Berechnung der DLI-Anforderungen einzelner Stadionbereiche und die gezielte Anpassung der Belichtung erhält das Gras genau die Lichtmenge, die es für die Photosynthese benötigt.

Das Ergebnis ist eine verbesserte Rasenqualität mit stärkerem Wachstum, höherer Dichte und insgesamt besserer Leistungsfähigkeit.



